Das Mallorcawespen-Fiasko

Mallorca Tag 1. Wir beziehen die Finca mit Pool. Die Küche hat Gasherd. Der pfeift fürchterlich, ich frage, ob das Gas austritt und habe Angst vor einer Explosion. Der Fincabesitzer schaut mich ungläubig an. „Das kommt von draußen, das sind die Zikaden“ sagt er. Oh, ich Naturbanause! Das „Gasleck“ hörte nach 5 Minuten auf zu pfeifen… und ging im Nachbar-Baum fröhlich weiter. Tschiiiiip!

Mallorca Tag 2 morgens: Ich lenke mich von meinen zahlreichen Mückenstichen damit ab, die reifen Mandeln vom Mandelbaum zu knacken. Mangels Nussknacker geht auch ein Stein.

Mallorca Tag 2 Nachmittags: Bemerkung für mein Tagebuch: Wespen haben den IQ eines Steines. Sie stürzen sich in den Pool, um zu trinken. Ich habe heute schon 30 (!) Wespen gerettet, weil sie nicht auf, sondern im Wasser landeten. Oder war es immer die gleiche? Das würde ihren IQ noch weiter senken!

Mallorca Tag 3: Unser Trinkwasser ist ausgegangen und das Wasser aus dem Hahn ist nicht trinkbar, da es gefühlt einer gesättigten Salzlösung gleicht. Wir trinken mallorquinischen Rosé ohne Etikett (aus dem Fass gezapft) um den Durst – hick – zu lllö-lö-l’schen. Hick!

P.S. Ich mache Strichliste: Mittlerweile sind es 64 gerettete Wespen.

Mallorca Tag 3 Abends: Ich habe die „Big 3“ gesehen! Was die „Big 5“ in Afrika sind, sind die Big 3 für mich auf Malle: Eine Sternschnuppe, eine Fledermaus, einen Satelliten am Himmel.

P.S. Die Moskitos haben die „Big One“ entdeckt – mich!

Mallorca Tag 4: Zähneputzen mit Salzwasser wird immer ekliger. Ich überlege, ob das mit Rosé auch geht.

Ich bemerke beim Frühstück, dass die Fliegen nicht auf den Schinken oder die Wurst gehen. Sondern belagern die Gurke und die Tomate. Vermutlich haben sie auch Durst. Wie die doofen Wespen.

Mallorca Tag 5: Unser Hund leidet unter der Hitze. Ich habe gehört, wenn man die Steine im Schatten befeuchtet, und das Wasser dann verdunstet, wird es etwas kühler. Ich probiere es aus. Ergebnis: Die Wespen freuen sich über die Pfütze, so können sie trinken, ohne im Pool zu ertrinken. Unser Hund meidet die Pfütze lieber, da summt es so. Ich glaube, ich rette ab sofort keine mehr.

Mallorca Tag 6: Ich zähle 40 Mückenstiche. Autan bringt nichts. Wenn sich doch die Moskitos in den Pool stürzen würden, statt auf mein Blut!

Mallorca Tag 7: Ich vermisse den Großspiegel nicht. Wir haben nur so kleine Spiegelchen, die irgendein Riese aufgehängt hat. Ich sehe nur meine Stirn (mit einem Mückenstich). Gut so, nach der vielen Aioli, den Olivenöl getränkten Paprikaschoten und den Datteln im Speckmantel ist es besser so…. Ich will mich gar nicht ganz sehen!

P.S. Ich zähle 50 Mückenstiche.

P.P.S. Es sind jetzt schon 73 gerettete Wespen.

Mallorca Tag 8: Warum weht es tagsüber, wenn man den Wind nicht braucht, und Nachst weht keine kühle Brise, nix? Erdrückende Windstille – Sauna im Schlafzimmer. Gut für die Moskitos, die können dann zielsicherer fliegen und auf mir punktgenau landen.

Mallorca Tag 9: Wir sitzen am Pool. Ja, ja, doch, wir retten wieder Wespen. Eine Ratte kommt um die Ecke gekrochen. Sie sieht uns, und stirbt. Herzinfarkt bei unserem Anblick? Vor Schreck umgefallen? Es ist nichts zu machen. Sie ist tot. Wir entsorgen sie unter einer Zypresse. Die Ameisen finden das toll.

Tag 10: Zurück in Hamburg. Irgendwie vermisse ich sie… die fliegenden Biester. Die Hitze. Den Pool. Die Mandeln. Den Rosé. Aber süsses Trinkwasser aus dem Hahn hat schon was!

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