Welcher Weihnachtstyp sind Sie?

Anabel Schroeder

Geschrei aus dem Kinderzimmer: die Racker zoffen sich. Sie konfiszieren die Playstation. Lärm aus dem Wohnzimmer: Ihr Partner hat versucht, den Weihnachtsbaum aufzustellen. Nachdem Sie ihn unter dem Baum hervorgezogen haben, Sprint zum Großvater. Sie retten gerade noch das letzte Viertel Bordeaux vor dem bereits leicht schielenden Senior. Und dann meldet auch noch Ihre Nase Alarm …

„Oh, sch****! Die Weihnachtsgans.“

Ein heiliger Abend ganz nach Ihrem Geschmack? Nein? Dann lohnt es, die drei Wege zu überdenken, mit denen Sie sich garantiert Weihnachten verderben.

Sind Sie der Typ: „Weihnachten muss perfekt sein“? Na bravo. Dann sieht zwar alles toll dekoriert aus, das Weihnachtsgesteck ist wie aus dem Designerkatalog, das Essen auf den Punkt gegart und aller Staub und Tannennadeln beseitigt – theoretisch könnte es auch vom Fußboden verzehrt werden. Aber Sie fühlen sich wie nach einem Marathonlauf und möchten am liebsten ins Bett gehen, weil Sie nach all dem Perfektionismus zu müde für’s Fest sind.

Oder sind Sie der Typ: „Mach es allen recht“? Sie wollen, dass alle Familienmitglieder glücklich sind, es ist ja schließlich das Fest der Liebe. Sie backen für die Tochter ihre Lieblingsstollen, der Mann will unbedingt mittags Steak und kriegt es auch, Oma möchte Broccoli. Sie sehen zu, dass jeder das Geschenk bekommt, das er sich gewünscht hat, Sie schlichten bevor Streit eskaliert, Sie erfüllen Sonderwünsche, bringen noch schnell Weihnachtskekse beim Nachbarn vorbei, vergessen nicht die Weihnachtskarten zu schreiben. Mit einem Satz: Sie tun alles, damit jeder glücklich ist, aber wen Sie dabei die ganze Zeit vernachlässigt haben, sind Sie selbst. Gut gemacht – fast.

Oder gehören Sie zum Typ: „Ich mach das eben noch schnell“? Klasse, dann haben Sie einen vollen Terminkalender, mehrere Einladungen vor Weihnachten, im Beruf erledigen Sie noch eben dieses oder jenes, hetzen dann zum nächsten Termin, dazwischen eilen Sie in die Stadt, um noch schnell ein Geschenk zu kaufen und sind total genervt von all den entspannten Menschen, die Ihnen den Weg verstellen. Der Braten wird auf den letzten Drücker in den Ofen geschoben, die letzten Karten am Weihnachtstag geschrieben und nebenbei werden noch Mails beantwortet. Wenn Sie dann in der Kirche dazu verdonnert werden, einmal ruhig zu sitzen, würden Sie am liebsten Ihr Handy herausholen, um die Zeit effizient zu nutzen. Vor lauter Multitasking haben Sie Ihren Sohn unter den Weihnachtsbaum gesetzt und das Geschenk in die Kirche mitgenommen. Und in der Ruhe merken Sie erst, wie durchgetaktet Ihr Leben ist und stellen das alles in Frage.

Tja, spätestens hier sollten Sie sich über gute Vorsätze für das neue Jahr Gedanken machen und sie schon jetzt umsetzen – bevor Sie sich auch dieses Weihnachten wieder versauen. Sie sollten sich bewusst werden, dass Sie nur dann Topleistung erbringen und funktionieren können, wenn Sie sich selbst pflegen und hegen und schonen. Es wird Zeit, dass Sie sich selbst einen hohen Stellenwert im Leben geben und sich nicht erst dann um sich selbst kümmern, wenn alle anderen glücklich sind. IHRE Gesundheit, IHRE Zufriedenheit, IHR Glück sind wichtig, um überhaupt für andere da sein zu können.

Also: Nein! Sie müssen nicht mal noch eben schnell … Sie müssen jetzt nur noch schauen, dass IHRE Prioritäten bedacht sind und dann besinnliche Ruhe einkehrt. Alles andere kann warten bis nach den Feiertagen.
In diesem Sinn: Viel Erfolg und eine entspannte Weihnachtszeit wünscht Ihnen
 Anabel Schröder

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