BOHREN GEGEN SCHLAUMEIEREI

Anabel Schroeder

„Du musst mal Zink nehmen, das hilft bei Erkältung!“

„In Kürbissuppe gehört IMMER Ingwer!“

Schlaumeier lauern überall. Sie korrigieren auch Belangloses, nur um schlauer zu erscheinen als der andere („Da waren 5 Rosen im Strauß, nicht 4, Du Banause.“). Oder sie glänzen mit Pauschalismen („Man sollte IMMER auf seinen Wasserhaushalt achten!“ oder „Man sollte ganz generell nicht verallgemeinern!“). Oder sie geben ungefragt ihren Senf dazu („Ihr fahrt in die Herbstferien? Da müsst ihr UN-BE-DINGT am Freitag um 19:25 losfahren, so umgeht ihr den Stau!“).

Da der Schlaumeier einfach nur schlau erscheinen will und aus dem Bauch heraus besser „weiß“, wie die Fußball-Mannschaft aufzustellen ist, wie das Steak gegrillt und die Suppe gekocht werden sollte, wie die Umwelt zu retten ist oder wie Sie Ihren Job zu erledigen haben, sollten Sie ihn mit der „Bohr“-Methode Schachmatt setzen.

Wie das geht? Bohren Sie nach: Fragen Sie ihn, ganz interessiert, woher er diese Informationen genau hat, wo er sie gelesen hat, welche Kompetenz die Quelle hat, die ihm das erzählt hat, etc. Das lohnt sich, weil es sich meist nur um Behauptungen oder Halbwissen handelt. Und damit führen sie ihn auf’s Glatteis.

Fragen Sie z.B.: „Aus welcher Quelle genau hast du diese Informationen?“, „Dieser Zusammenhang leuchtet mir nicht ein. Können Sie das genauer erklären?“ oder „Nach meiner Information ist es genau andersrum … Wo genau sind denn Ihre her?“

Solche Schlaumeiersätze gibt es natürlich nicht nur im Privaten, sondern auch im Job: „Die anderen meinen aber auch, dass du den Brief anders schreiben solltest.“ Oder: „Mir wurde gesagt, dass das Produkt nichts taugt.“

Mit der „Bohr“-Methode bohren Sie nach: „Wer genau hat das denn gesagt?“, „Wann hat er das gesagt?“, „In welchem Kontext meinte diese Person das?“ und „Welche Gründe hat die Person denn geäußert?“ Darauf hat der Schlaumeier meist keine Antwort mehr, weil er nämlich nur eines kann: oberflächlich Schlaumeiern ohne Tiefgang.

Indem Sie Ihn nach Details fragen, setzen sie jeden Schlaumeier außer Gefecht. Und um auf die Eingangsbeispiele zurückzukommen: Wenn jemand sagt: „Du musst mal Zink nehmen, das hilft“, dann fragen Sie: „Was genau bewirkt denn Zink“ oder „An wem wurde das denn ausgetestet, in welcher Studie wurde das behandelt?“ Wenn jemand sagt „In Kürbissuppe gehört IMMER Ingwer“, dann kontern Sie ganz einfach: „In welchem Kochbuch steht das denn? Wo genau hast du das her?“

Sie werden sehen: So stellen Sie die meisten Schlaumeier ruhig.

No comments

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>