Drei Schritte gegen Widerstand

Kollege „Gehtnicht-Gerd“ hat die siebte Ausrede gefunden, weshalb das Projekt nicht funktionieren wird, und macht Sie mit den Terminverzögerungen wahnsinnig. Oder „Hitze-Hildegard“ möchte auch bei Minusgraden das Bürofenster öffnen, die Benjaminis sind schon erfroren und Sie werden auch schon bald zum Eisklotz.

Nun könnten Sie sauer werden, beim Chef petzen, anschreien oder sich aufregen. Das wird Ihnen aber nicht viel bringen. Nutzen Sie doch lieber die VFL-Methode:

V: Verständnis zeigen
Sagen Sie „Gehtnicht-Gerd“, dass Sie verstehen können, dass das Projekt bestimmt schwer zu realisieren ist. Und sagen Sie „Hitze-Hildegard“, dass Sie verstehen können, dass Sie gerne das Fenster geöffnet lassen will.

Dies führt dazu, dass sie sich mit ihren Bedürfnissen oder Befürchtungen ernst genommen fühlen.

F: Fragen Sie nach
Bohren Sie nach, weshalb das Projekt nicht realisiert werden kann, und finden Sie den echten, wahren Grund. Das ist wichtig!

„Gehtnicht-Gerd“ schiebt vermutlich die Ausreden nur vor, um davon abzulenken, dass er sich nicht fähig fühlt, es durchzuführen, sein Chaos auf dem Schreibtisch nicht in den Griff kriegt oder er sauer auf den Vorstand ist und nun das Projekt boykottiert.

Fragen Sie auch „Hitze-Hildegard“, weshalb Sie das Fenster partout nicht schließen will und finden Sie das wahre Motiv heraus (Wechseljahre? Zu warm angezogen? Stoffwechsel? Stammt von der Arktis? Oder will sie Sie nur ärgern?)

Erst wenn Sie tief genug gebohrt haben und das wahre Motiv kennen, kommen Sie auf neue Lösungen und Ideen.

L: Lösung gemeinsam erarbeiten
Wenn „Gehtnicht-Gerd“ oder „Hitze-Hildegard“ sich nach den Schritten V und F ernst genommen fühlen, und Sie das wahre Motiv kennen, können Sie eine Lösung vorschlagen, die Ihnen beiden entgegenkommt.

Noch eleganter ist es aber, der anderen Person Ihre Seite der Geschichte zu erläutern und dann folgende Frage zu stellen: „Was können wir tun, damit wir beide zufrieden mit der Lösung sind?“ Sinngemäß, natürlich.

„Gehtnicht-Gerd“ könnten Sie beispielsweise fragen: „Was können wir tun, damit wir beide nicht doof dastehen, wenn das Projekt platzt? Wir hängen schließlich beide mit drin“. Und „Hitze-Hildegard“ könnten Sie fragen: „Wie könnten wir es hinbekommen, dass du nicht schwitzt und ich nicht friere? Ich möchte hier nicht mit Handschuhen und Wollmütze herumlaufen und du nicht im Bikini. Hast du eine Idee?“

Möglicherweise finden Sie gemeinsame eine Lösung, die für beide gut passt.
Überspringen Sie aber bloß nicht die ersten beiden Schritte. Denn wenn Sie gleich in den Raum platzen und nach einer Lösung fragen, ohne vorher Verständnis gezeigt und nachgefragt zu haben, wird die Person meist in den Widerstand gehen – und erst recht nicht das Fenster zu machen oder das Projekt durchführen.

Probieren Sie es mal aus!

Kennen Sie noch andere Situationen, in denen Ihnen die VFL-Methode helfen könnte?

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